18. Dezember 2017

Zoa Festival 2018

Zoa Festival 2018 - Vorverkauf bereits gestartet!
11. bis 12. Mai 11. bis 12. Mai
Was ist Zoa?
Die Zoa war einst ein geflochtener Behälter zum Einsammeln der Mostbirnen. Mittlerweile war er durch moderne Technik ersetzt worden, womit der Begriff frei für eine neue Bedeutung wurde: Zoa ist der neue Begriff für das Einsammeln von Lebensgefühlen im Rahmen eines kulturellen Ereignisses: Dem Zoa-Festival, das im knorrigen Ambiente des Stadels neben dem Mostbirnhaus in Ardagger Stift zur Sache geht. In dem kleinen, geschichtsträchtigen Ort Ardagger Stift an der Moststrasse befindet sich unmittelbar neben dem bekannten Mostbirnhaus ein alter Stadel, welcher sich die Ehre gibt, das Zoa-Festival zu beherbergen. Das mittlerweile etablierte Weltmusik-Festival hat sich zum Ziel gesetzt, die Region des Mostviertels mit diesem hochkulturellen, aber auch überaus amüsanten Highlight zu bereichern und geht am 11./12. Mai 2018 in die siebente Auflage. Die Künstler, die sich im MostBirnHaus einfinden werden, könnten in der Art und Stilistik ihrer Musik nicht unterschiedlicher sein: Es eröffnen drei energiegeladene Polinen, die unter dem Namen Sutari eine Art polnische/litauische Volksmusik tradieren, wenngleich nicht ganz authentisch, sondern durchaus aktuell. Ein ganz Großer der österreichischen Musiklandschaft, Karl Ratzer, wird mit seinem hochklassig besetzten Quintett aus über 50 Jahren gesammelter Erfahrungen seinen stets noch experimentellen Zugang zur Musik in höchster Qualität demonstrieren. Sieben russische Herrn werden durch einen Stilmix aus Jiddisch, Balkan und Gipsy surfen: Dobranotch – viel Spaß mit der russischen Dorfhochzeit! Black Patti dagegen macht was völlig anderes. Die beiden Bayern oszillieren fragil zwischen Blues, Ragtime und Spiritual, jedoch nicht so, wie man zu kategorisieren gewohnt wäre. Opas Diandl: Die Südtiroler sagen von sich, weder ein Genre, noch ein Konzept zu haben. Das Quintett habe indes Charakter. Ja, den haben sie! Last, not least: BartolomeyBittmann. Die beiden Wahnwitzigen waren bereits beim ZOA ’16 zu Gast und wer da war, male sich aus, wie ihr neues Programm fegen wird. Möge die Zeit schnell vergehen und der Mai auf den Jänner folgen. ZOA ´18 wird wie immer kein Spaziergang werden, sondern eine Abenteuerwanderung mit weltweiter Vorfreude!

Warum Weltmusik und Kulinarik?
Viele Menschen assoziieren “Weltmusik” mit konservativ-altbackenem Gedudel.Daß sie genau das Gegenteil davon ist, nämlich das innovativste, experimentierfreudigste, globalisierteste, humorund phantasievollste musikalische Genre der Gegenwart, wird mit Zoa unter Beweis gestellt. Es gibt in Österreich nicht wenige Spitzenklasse – KünstlerInnen bzw. - Formationen der Weltmusik, die im In- und Ausland hohe Bekanntheit und Anerkennung genießen und da wie dort mit Auszeichnungen und Preisen bedacht wurden und werden. Diesen Musikerpersönlichkeiten sind Auftrittsmöglichkeiten geschuldet einerseits, andererseits ist Genuss ein teilbares Gut. Und weil das so ist, besitzt Zoa einen starken kulinarischen Unterbau aus der gewachsenen Tradition der Mostheurigen, welche der Tourismusregion “Moststraße” entstammen.

ZOA_2018

*SUTARI (PL)
(Fr, 11. Mai 2018, 19.30 Uhr)
Barbara Songin – Gesang, Trommeln, Basetla (Folkbass), Percussion, Küchenutensilien (Wasserkanne, Küchenreibe) Katarzyna Kapela – Gesang, Violine, Percussion, Küchenutensilien (Schneidebrett) Zofia Bara?ska – Gesang, Violine, Percussion, Utensilien (Handmixer)

Sutari ist ein “Küchen-Folk” Trio bestehend aus drei weiblichen Stimmen – Basia, Kasia und Zosia – und diversen alltäglichen und nicht so alltäglichen Instrumenten. Mit unterschiedlichem Background in der Musik- und Theaterwelt führen die drei die polnische Folktradition ins Hier und Jetzt. Sie benutzen traditionelle Instrumente (Violine, Basetla und Trommel), experimentieren aber auch mit Objekten des täglichen Gebrauchs, wie z.B. Handmixer, Küchenreibe, Flaschen und Küchenbrett. Ihre Songs basieren auf traditionellen polnischen Folksongs und eigenen Kompositionen. Inspiriert wurde das Trio von den sogenannten Sutartin?s Litauens, die von den Frauen in perfekten und einzigartigen Harmonien gesungen wurden. Sutari bedeutet ‘Gleichklang’ oder ‘Harmonie’. Diese Harmonie sucht und findet die Band in der polnischen und litauischen Gesangstradition. Sie nehmen die alten Lieder, entdecken ihre versteckten Geheimnisse und interpretieren sie auf moderne Art und Weise. Dabei bewahren sie den Charakter der Folksongs – ihre Weiblichkeit, Intelligenz und ihre fesselnde Schönheit. 2015 erschien ihr Debütalbum “Wiano” – aufgenommen in einer vertrauten und gleichzeitig ungewöhnlichen Umgebung: in der Küche und im Wald. “Wiano” führt den Hörer durch die Klanglandschaften des täglichen Lebens: das Private hinter verschlossenen Türen und die Fröhlichkeit großer Gesellschaften. Sutari singen in der Küche, im Bad, durch geöffnete Fenster, am wärmenden Feuer, beim Tee, bei der Arbeit, beim Kuchenbacken, beim Waldspaziergang, am See. Sutari wurden bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, bei einem Wettbewerb 2012 von den teilnehmenden Medien zur interessantesten Band Polens ernannt und haben den zehnten Battle of the Bands des World Music Network für sich entschieden. Im Sommer 2015 spielten sie bei einigen der wichtigsten Festivals des Landes, darunter auch das OFF Festival, bei dem der legendäre amerikanische Radiosender KEXP eine 30-minütige Session mit Sutari aufzeichnete.

www.sutari.pl

*Karl Ratzer Quintet (A/D/USA)
(Fr, 11. Mai 2018, 21.15 Uhr)
Karl Ratzer – guitar, vocals Ed Neumeister – trombone Johannes Enders – tenor saxophone Peter Herbert – bass Howard Curtis – drums Karl Ratzer Quintet „Tears“ – TEXT: Christoph Huber

Wenn es nicht zumindest manchmal auch tatsächlich zutreffen würde, dann wäre der Vergleich mit dem Alter und der Qualität des Weines (also je älter, desto besser) wohl schon etwas überstrapaziert, aber im Falle von Sir Karl Ratzer stimmt er jedenfalls. Was jetzt natürlich nicht im Umkehrschluss bedeutet, dass das, was er als junger Mensch gemacht hat, schlechter wäre, sondern höchstens anders, bzw. vielleicht sollte man „besser“ durch „souveräner, abgeklärter, klarer, beseelter“ oder Ähnliches ersetzen. Dieser Reifeprozess erstreckt sich (meiner persönlichen Einschätzung und Beobachtung nach) über vier Abschnitte: Sein Debüt gab er als knapp 14- Jähriger in der Underground-Band The Slaves, die auch international für Furore sorgte ? vor allem auch deswegen, weil diese Band vom damaligen Manager der Rolling Stones (man schrieb das Jahr 1965) unter Vertrag genommen wurde, nachdem Mick Jagger, Keith Richards & Co nach einem Stadthallen-Konzert The Slaves im damals sogenannten „San Remo Club“ (heute wohl besser bekannt als „Camera“) gehört hatten. Bevor die Band wirklich durchstartete, wurde sie schon wieder aufgelöst. Angeblich schlummern immer noch Bänder in einem Londoner Aufnahmestudio, die nie veröffentlicht wurden, obwohl eigentlich für die erste LP produziert. Es folgten Bands wie Charles Ryders Corporation, die Rockband C-Department und schließlich Gipsy Love mit Kurt Hauenstein und Peter Wolf, eine Band, die bis heute Kultstatus genießt. 1972 ging Ratzer nach Amerika, was den zweiten Abschnitt einläutete. Nach der Zusammenarbeit mit der Band Rufus, die später mit Chaka Khan weltberühmt wurde, gründete er in New York eine Band mit Jeremy Steig, Eddie Gomez, Dan Wall, Ray Mantilla und Joe Chambers (mit den letzten drei arbeitete er auch später immer wieder zusammen) und sorgte dafür, dass Gitarristen wie John Scofield oder John Abercrombie stets in höchsten Tönen von seinen instrumentalen und harmonischen Fähigkeiten schwärmten. Mit Chet Baker absolvierte er von 1979 bis 1985 DuoKonzerte in den USA und Europa und wirkte an der Aufnahme „Live in Paris“ (1981) von Baker mit. Anfang der 1980er Jahre kehrte Ratzer den USA den Rücken und kam nach Wien zurück, wo er sich u. a. als Jazzclub-Betreiber verdient gemacht hat. „Camarillo“ hieß das Lokal, und wenn ich das Wort „verdient“ verwende, dann ist das natürlich nicht ökonomisch gemeint. Das Lokal musste, kaum eröffnet, nach relativ kurzer Zeit aus wirtschaftlichen Gründen auch schon wieder schließen. Zwei Konzerte in seinem Club bleiben mir ? damals ein junger Student in der Bundeshauptstadt ? in Erinnerung: ein fantastischer Auftritt von David Murray mit seinem Oktett und die Big Band (!) von Henry Threadgill. Sie können sich wahrscheinlich vorstellen, dass derartige Engagements zwar musikalisch Sinn machen, aber finanziell schnell in einem Desaster enden. Ratzer unterrichtete fortan (dritter Abschnitt) an der Kunstuniversität Graz (KUG) und am Vienna Music Institute (VMI) und setzte sich vorbildlich für seine Studenten ein, für die er ziemlich selbstlos auch immer wieder Gigs organisierte. Daneben brachte er einige bemerkenswerte Einspielungen heraus wie „Waltz for Ann“ mit Art Farmer (1991), „Coasting“ mit Chaka Khan (1995) oder „Saturn Returning“ mit Dan Wall (2002). Die durchaus verdiente internationale Anerkennung blieb ihm allerdings (vorerst) verwehrt, auch aufgrund seines (vorsichtig formuliert: leicht ausufernden) Lebensstils. Wobei natürlich anzumerken ist, dass Ratzer immer hingebungsvoll der Musik diente (und dies bis heute tut). Aber aufgrund seiner exzentrischen und oft unberechenbaren Art, die ihn einerseits musikalisch auszeichnet, die aber andererseits auch dazu geführt hat, dass es nicht allzu viele Veranstalter gibt, die ihn ein zweites Mal gebucht hätten, manövrierte er sich ? sportlich gesprochen ? etwas ins Abseits. Nicht auf Dauer freilich, und zum Glück für ihn und uns! Befreit von unterschiedlichen Zwängen und Verlockungen (oder seinen „Dämonen“, wie seine Frau Anna das bezeichnet), die ihm sein Leben nicht gerade erleichtert haben, will er es als mittlerweile Mittsechziger noch mal wissen. Begonnen hat dieser vierte Karriereteil mit der Einspielung von „You’ ve changed“ mit Peter Tuscher (2011), einer wunderbaren Aufnahme von Standards im Quintett mit der Sängerin Alexandra Schrenk. Interessant auch die Titelwahl dieser CD, die auf ein unerschütterliches Selbstbewusstsein des Gitarristen deutet: Nicht er, Ratzer, hat sich geändert, sondern „You“, also die anderen. Was irgendwie auch stimmt, aber deswegen natürlich auch noch nicht ganz richtig ist. Drei Jahre später veröffentlichte er die Aufnahme „Underground System“ mit jenen Musikern, die ihn die nächsten Jahre begleiten sollten: Posaunist Ed Neumeister, Saxophonist Johannes Enders, Bassist Peter Herbert und natürlich Howard Curtis am Schlagzeug. Dieses Sextett manifestiert den „neuen“ Ratzer, der sich aber schlussendlich mit „My Time“ (2016) tatsächlich sprichwörtlich neu erfindet, im Trio mit Herbert und Curtis. „Ratzer spielt Jazz, als wären’s Wienerlieder“ titelt Samir H. Köck in der „Presse“ eine Rezension dieser Balladen-CD, und formuliert als Schlusssatz: „Von den Hiesigen kann nur er amerikanische Stile wie Blues und Jazz so erklingen lassen, als wären sie in der Brigittenau entstanden. Grandios.“ Dies kann ich nur unterschreiben! Und nun folgt der nächste Streich: „Tears“ nennt sich das aktuelle Opus des Meisters, und Freudentränen könnten einem beim Hören in die Augen schießen. Eröffnet wird mit „Dujii“, einem Tune von Kool & The Gang, und cool und elegant arbeiten sich die Kollegen durch dieses Stück, umsichtig und souverän arrangiert von Ed Neumeister, der auch für alle anderen Arrangements auf dieser CD verantwortlich zeichnet. „(Goodbye you) Tears“ ist ein autobiographisches Stück von Karl Ratzer, das er schrieb, als er im Begriff war, sich von seinen „dämonischen“ Wegbegleitern endgültig zu verabschieden. Diese Stück hat auch eine außermusikalische Magie: Auf der Rückfahrt von den Aufnahmen beriet die Band über die Namensgebung der CD, wobei relativ rasch klar war, das „Tears“ wohl der stimmigste und logischste Titel war. Zu Hause angekommen, erhielt Ed Neumeister eine Mail mit der Ankündigung einer Buch-Neuerscheinung der Autorin & Photographin Rose-Lynn Fisher mit dem Titel „The Topography of Tears“, mit wunderbaren Photoarbeiten zu diesem Thema. Dies festigte den Entschluss einerseits und gab dem InnenCover mit drei Arbeiten andererseits auch gleich einen passenden Inhalt. Dem großen Sänger, Pianisten und Komponisten Ray Charles wird viel Platz eingeräumt, mit insgesamt vier Kompositionen („I Got a Woman“, „Hallelujah I Love Her So“ und die später erwähnten), die Ratzer schon lange „verfolgen“. Und „Time“, einer meiner persönlichen „all-time favorites“ wurde neu aufgenommen – im Sextett-Format mit tollem Bläsersatz und der unsterblichen Text-Zeile „Don’t tell me I’m late, cause it’s my time“. Nach den Charles-Tunes „Mary Ann“ und „Get on the Right Track“ folgt „Tyrone” von Larry Young mit grandiosen Soli von Neumeister mit der „gestopften“ Posaune und dem herrlich relaxten Sir Karl. „Signation“ ist ein weiteres Ratzer-Stück und eine Kennmelodie, die er vor knapp einem Jahrzehnt für seine Funk-Band geschrieben hat. Zu hören ist noch „Oakland Stroke“ von „Tower of Power“ im gewohnt lässigen NeumeisterArrangement, und ganz zum Schluss gibt’s noch ein wirkliches Juwel: Hoagy Carmichaels „Skylark“, berühmt geworden u. a. durch eine großartige Version des Jim Hall/Paul Desmond Quartet, diesmal als Solo-Fassung vom Meister himself. Chapeau! Lassen Sie mich noch etwas zu den Sidemen sagen, die in dieser Band keineswegs als Rhythmusknechte und reine Bläserbegleitung fungieren, sondern vielmehr als eingeschworene Bande daherkommen, die es dem Chef erst ermöglicht, auf diesem Level zu agieren. Ed Neumeister war viele Jahre in der Duke Ellington Big Band tätig, unterrichtete jahrelang an der Kunstuniversität in Graz, arbeitete viel mit dem unvergessenen Fritz Pauer und gründete das NeuHat Ensemble in New York und das ENJO (Ed Neumeister Jazz Orchestra) in New York und Los Angeles. Johannes Enders pflegt das musikalische Understatement und ist gerade deswegen einer der interessantesten deutschen Tenorsaxophonisten der letzten Jahrzehnte. In Wien war er mit unzähligen Formationen sowohl als Leader (z. B. Enders Room) als auch als Sideman (Tied & Tickled Trio) oder im egalitären Duo mit Günter „Baby“ Sommer zu hören. Der seit 2003 in Paris und Wien (zuvor 16 Jahre in New York) lebende Vorarlberger Kontrabassist/Komponist Peter Herbert hat mit ca. 100 Konzerten und 100.000 Meilen Flugwegstrecke pro Jahr ein sehr „bewegtes“ künstlerisches Leben. Der Hans Koller-Preisträger 2001 (Musiker des Jahres) spielte als gefragter Sideman u. a. mit dem Marc Copland/John Abercrombie Quartet, Bobby Previte’s The Horse, dem John Clarke Octet, mit Robin Eubanks oder mit Marcel Khalife. Herbert ist auch ein vielseitiger Komponist, der auf Arbeiten für verschiedene Orchester und Kammermusikensembles verweisen kann (z. B. Oper „Trans-Maghreb“, Bregenzer Festspiele 2014). 1999 etablierte er sein eigenes Internet Plattenlabel „Aziza Music“. Seit 2007 unterrichtet Peter Herbert am JIM der Anton Bruckner Privatuni in Linz. Und schließlich der Perkussionsmagier Howard Curtis III aus Williamsburg, Virginia. Momentan in Graz lebend und dort zur großen Freude seiner Schüler an der KUG unterrichtend, spielte er im Laufe seiner knapp drei Jahrzehnte währenden Karriere mit dem der aktuellen und teilweise natürlich auch historischen Jazzszene wie Dave Liebman, Gary Thomas, Julius Hemphill, George Coleman, Clark Terry, George Coleman, Frank Foster, Oliver Lake, Billy Harper, Eddie Harris, Joe Chambers, Cyrus Chestnut, Christian McBride, Greg Osby, Mark Feldman, Erik Friedlander, Jon Hendricks, Andrew White, Eartha Kitt, Sheila Jordan, Jon Faddis, Randy Brecker, David „Fathead“ Newman, Joe Locke, Barry Harris, Marc Johnson, John Abercrombie, Jimmy Heath, Odean Pope oder Lionel Hampton … just to name a few. Wahnsinn! Diese Musiker sind also für die wunderbare Einspielung verantwortlich – ein Meisterwerk in vielen Belangen, vielleicht sogar ein Opus magnum des Gitarristen (und wenn nicht, dann liegt die Latte sehr hoch!). Jedenfalls eine Aufnahme, die Karl Ratzer in Höchstform zeigt, mit einer Band, die dem Frontmann auf Augen- (naja, eigentlich Ohren-) Höhe begegnet, eine Einspielung, die restlos zu überzeugen weiß. Und wenn ich in Bezug auf Ratzer einmal geschrieben habe, „the best is yet to come“, dann habe ich offenbar diese Einspielung vorhergeahnt. Das zu toppen wird kein leichtes Spiel sein! In diesem Sinne: Hallelujah!

www.karlratzer.com

*Dobranotch (RUS)
(Fr, 11. Mai 2018, 22.45 Uhr)
Ilia Gindin – clar Max Karpychev – sax Mitia Khramtsov – viol voc Evgenii Lizin – drums Roman Schinder – banjo Grig Spirdonych – tromb Alexey Stepanow – tuba

Wer hier nicht tanzt, ist selber schuld! Dobranotch aus St. Petersburg sind wilde Derwische der Volksmusik, die mit alten Zöpfen rein gar nichts am Hut haben: Zum Repertoire der Band gehört ein putzmunteres Cover des Rammstein-Klassikers “Du Hast”. Dunkel-Teutonisches im KlezmerGewand: Passt! Diese Petersburger Musiker (die übrigens aus verschiedenen Ländern stammen!) überzeugen mit einer wilden Mischung aus Balkansounds, traditionellem jiddischen Liedgut und einer großen Prise Gypsy-Leidenschaft. Die eigene Heimat verlieren die Acht dabei nicht aus den Augen: Musikalische Einflüsse aus den ehemaligen Sowjetrepubliken und dem “goldenen Zeitalter” der russischen Brass-Orchester spielen hier eine große Rolle! In den vergangenen Jahren waren sie weltweit auf Tour, haben überall musikalische Freundschaften geschlossen und zwischendurch auch noch sieben Alben aufgenommen. Dobranotch-Klänge finden sich auf Film-Soundtracks, in TV-Serien und Dokumentationen. LiveAuftritte sind die Leidenschaft dieser Band: Bei Festivals steigt Dobranotch gerne mal von der Bühne und mischt sich samt Instrumenten unters Volk, so wie es ihre Vorgänger vor hundert Jahren auf Dorfhochzeiten gemacht haben!

www.dobranotch.ru

*Black Patti (D)
(Sa, 12. Mai 2018, 19.30 Uhr)
Peter Crowe C. – guit, mouth organ, voc Ferdinand Jelly Roll Kraemer – guit, mandoline, voc

Seit 2011 bilden der bereits mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnete Gitarrist und Mundharmonikaspieler Peter Crow C. und sein Partner Ferdinand ‚Jelly Roll’ Kraemer, der neben Gesang und Gitarre auch an der Mandoline glänzt, das nach einem obskuren Plattenlabel der 20er Jahre benannte Duo Black Patti. Akustischer Pre-War-Blues, zu weiten Teilen auf beeindruckenden Eigenkompositionen fußend, brachte die Musiker bereits auf Festivals wie Heimatsound Oberammergau, Jazzfrühling Kempten, das Snow Jazz Festival (Frankreich) oder das Birmingham Jazzfestival (GB) und Auftritte im Rahmen von Kunst und Literatur (Harry Rowohlt, Fritz Rau u.a.) gehören neben unzähligen Clubund Barshows zu ihren Aktivitäten. Mit ‘Red Tape‘ liegt nun der zweite Tonträger der versierten, meist mit wunderbar zweistimmigem Gesang antretenden Instrumentalisten vor. Selbstverständlich auf traditionellen Instrumenten eingespielt und vintage und vollanalog aufgenommen. Mit ihrem äußerst abwechslungsreichen Repertoire präsentieren die Süddeutschen filigrankunstvolle und unglaublich berührende RootsMusik zwischen tiefschwarzem Delta Blues, federndem Ragtime und beseelten Spirituals. Pressestimmen: „Vintage ist das Schlüsselwort für viele Subkulturen. (…) Das Münchner Bluesduo hat es in dieser Recycling-Kunst zu wahrer Meisterschaft gebracht.“ Christoph Wagner – Schwarzwälder Bote “I know that if you two had sat down with Son House in 1930, there would have been a lot of smiles all around. (…) So much respect for the material and yet so much originality.“ Phil Spiro – Wiederentdecker des legendären Son House

www.black-patti.de

*Opas Diandl (Südtirol)
(Sa, 12. Mai 2018, 21.15 Uhr)
Veronika Egger – Stimme, Geige, Viola da Gamba Markus Prieth – Stimme, Banjo, Raffele Daniel Faranna – Stimme, Kontrabass Thomas Lamprecht – Stimme, Gitarre Jan Langer – Perkussion

Opas Diandl aus Südtirol hat weder Genre noch Konzept, Opas Diandl hat Charakter. Sie sind die erfrischende Antwort auf allzu perfekt Inszeniertes. Bei ihren Konzerten herrschen stattdessen das geordnete Chaos, die unbändige Energie und Spielfreude – die, wo immer möglich, unverstärkt von der Bühne schallt. Instrumente und Arrangements könnten vielseitiger nicht sein. Es wird gejodelt, drei- und vierstimmig gesungen, gerockt, was die Saiten und Felle hergeben. Es wird gestampft und geklatscht – gerne mit dem Publikum. Das alles mit Respekt vor der Tradition, aber auch mit einer gesunden Prise Humor. Opas Diandl tanzen mit einem Lächeln im Gesicht in verschiedenen (musikalischen) Schubladen gleichzeitig. Die Verbundenheit zur alpenländischen Musik-Tradition ist zwar jederzeit spürbar, doch zugleich wird diese Tradition frei von Berührungsängsten mit den musikalischen Hintergründen der fünf Musiker vermischt, bearbeitet, abstrahiert und zu etwas Neuem zusammengesetzt. Alte Lieder, Weisen, Jodler und Tänze, vertraute gerade und scheinbar untanzbare ungerade Rhythmen, exotisch anmutende Perkussions- und Saitenklänge existieren neben- und miteinander, werden ineinander verflochten und entstehen im Zusammenspiel der fünf Musiker als etwas Neues wieder. Das macht jedes Konzert sowohl für das Publikum, als auch für die Musiker zu einem einzigartigen Erlebnis. Markus Prieth, Veronika Egger, Daniel Faranna, Thomas Lamprecht und Jan Langer sind als fünf musikalische Individuen präsent und erschaffen gleichzeitig als „Opas-Diandl“-Einheit eine übergeordnete Welt. Ähnlich wie ihre Lieder. Jedes für sich ist eine hochkomplexe, aberwitzige, eigensinnige und dennoch harmoniesüchtige Angelegenheit, die mit Brüchen und Veränderungen kokettiert, aber immer im Thema bleibt. Es wird Schicht für Schicht ein gewaltiger Klangteppich gewebt, bei dem jeder einzelne Faden deutlich sichtbar, bzw. hörbar bleibt. NEUES PROGRAMM: Für die südtiroler Gruppe Opas Diandl ist das Jahr 2018 ein besonderes, denn es wird gefeiert: Man wird zweistellig. Zehnjähriges Bühnenjubiläum für eine Gruppe, die sich mit ihrer Spielfreude, mit Vielseitigkeit, mit Charme und Schalk ein ganz eigenes Plätzchen geschaffen hat zwischen alpenländischen Traditionen und all den anderen musikalischen Einflüssen, die jeder Einzelne Musiker mit sich bringt. Von Jodeln bis Punkrock, von Folk bis zeitgenössischer Klassik – Opas Diandl haben eine musikalische Sprache und einen Klang entwickelt, in dem sich all diese Stile natürlich mischen und aneinander schmiegen. Ob Stadl, Kleinkunstbühne oder großer Konzertsaal, ob Südtirol, Deutschland oder Österreich – das Publikum war und ist sich stets einig: Opas Diandl sind ein Ereignis! Typisch für Opas Diandl ist, dass dieses Jubiläum nicht mit einer Rückschau begangen wird, sondern mit einem neuen Programm und einer neuen CD mit dem Titel „X“. Das Publikum darf sich auf energie-und emotionsgeladene Musik freuen, vokal und instrumental und – das ist neu – eigene Texte in südtiroler Mundart.

www.opasdiandl.com

*BartolomeyBittmann (A)
(Sa, 12. Mai 2018, 22.45 Uhr)
Matthias Bartolomey – Violoncello Klemens Bittmann – Violine & Mandola

Der Respekt vor dem Klang ihrer Instrumente, sowie die Lust am gemeinsamen Entwickeln der damit möglichen neuen Klangbilder, führt zwei Musiker zusammen. Der Cellist Matthias Bartolomey und der Geiger und Mandolaspieler Klemens Bittmann führen in ihrem Zusammenspiel ihr stark in der klassischen Musiktradition verankertes Instrumentarium auf einen neuen Weg. Mit Spontanität und Improvisation der Jazzästhetik verbinden sie intim groovende bis hin zu kraftvoll rockenden Elemente. „Selten hat man Streicher gehört, die sich so lustvoll dem Groove hingeben. BartolomeyBittmann bringen jene musikalische Tugenden leichtfüssig auf den Punkt, die man üblicherweise nicht mit klassischen Instrumenten verbindet: Unbändige Spiellust und radikalen Rhythmus.“ (Wolfgang Muthspiel) „… super komponiert und fabelhaft gespielt! Ich höre gespannt, überrascht und begeistert zu! Es ist einfach sehr gut und unglaublich gut gespielt, das geht nicht besser!“ (Nikolaus Harnoncourt)

http://www.bartolomeybittmann.at

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